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Am Freitag den 15. April lud Beam Suntory Austria zum Laphroaig Lore Event in die Albertina Passage. Destillerie Manager John Campbell würde uns durch dieses Event führen, bei dem wir den Lore direkt Verkosten sollten, so stand es zumindest in der Einladung. In der schummrigen Beleuchtung der „Private Lounge“ der Albertina Passage (tolle Location übrigens!) waren aber neben einigen Flaschen Lore auch Flaschen des Laphroaig 10yo, des Quartercasks und des Triple Wood zu erspähen. Sollten wir doch mehr als den Lore zum Verkosten bekommen? Bevor ich mir aber groß Gedanken darüber machen konnte, kam John gleich zur Sache und begann seinen Vortrag mit „Ich hoffe es kann mich jeder verstehen, in drei bis vier Whiskys sprechen wir sowieso alle die gleiche Sprache“ (also doch mehr als nur der Lore!?!). Dann kam die obligatorische Vorstellung, was er so macht und wie es dazu kam. Er arbeitet seit über 21 Jahren bei Laphroaig, begonnen hat er „ganz unten“ und hat sich kontinuierlich „nach oben“ gearbeitet. Seit etwas mehr als 10 Jahre ist er nun der Destillery Manager und verantwortlich für das, was Laphroaig als Whisky abfüllt.

Dann wurde uns bereits der Laphroaig 10yo gereicht, womit auch diese Frage geklärt wäre. Unterdessen erklärte uns John, dass Laphroaig die gemälzte Gerste zuerst kalt torft und erst dann trocknet. Üblicherweise passiert dies in einem Schritt. Außerdem ist der verwendete Torf von Islay anders als der Mainland Peat. Peaty & earthy vs. smokey & sweet wie John zusammenfasst. Oder ein Lagerfeuer am Strand vs. ein Lagerfeuer im Wald. Das trägt, so wie die verwendeten Fässer (nur, oder zu 99%, 1st fill ex-Bourbon casks von Makers Mark) zum unverwechselbaren Geschmack von Laphroaig bei. Die Fässer werden im übrigen nicht zerlegt – wie so oft – sondern direkt verschifft. Nachdem Laphroaig nur eine Art von New Make produziert ist es um so erstaunlicher dass die einzelnen Abfüllungen deutliche Unterschiede aufweisen. Hier haben wir einen sehr fruchtigen, aber auch rauchigen und runden Whisky. John spricht kaum über den Rauch im Whisky „weil der zu Laphroaig gehört“ und das Vorhandensein eben dieses Rauches selbstverständlich ist. Dieser Whisky wird nach dem Familienrezept gemacht, und das wird sich auch nicht ändern.

Weiter zum Laphroaig Quartercask (48%; n.c.f.; n.c.a.). Die hier verwendeten Fässer haben gegenüber den üblicherweise verwendeten Fässern (Barrel ca. 200 L; Hogshead ca. 250 L; Butt ca. 500 L) ein deutlich geringeres Volumen, rund ein Viertel des Barrels, also etwa 50 Liter (daher auch der Name). Nicht viele Whiskys können mit dieser großen Oberfläche – im Vergleich zum Füllvolumen – umgehen. Laphroaig hat schon 1999 damit begonnen in diesem Bereich zu experimentieren und hat festgestellt, dass der rauchige Whisky durchaus mit diesem Fasstyp umgehen kann. Der Whisky wird aber nicht die ganze Zeit über darin gelagert, nur ein Teil der Reifungszeit (7 Monate) verbringt er im Quartercask. Der Rauch in diesem Whisky ist deutlich verhaltener als im 10-jährigen, dafür tritt die Süße hier besonders hervor, die im Laphroaig 10yo auch dar war, aber hier deutlich ausgeprägter ist und etwas trockener! John sieht dies nicht als Finishing, da der Whisky sich durch die Lagerung im Quartercask deutlich verändert, daher sieht er es als double maturation. Beim Finishing wird der Geschmack des Whiskys komplementiert („80% original falvour, 20% new flavour“), hier völlig geändert. Nachdem es dafür aber keine festen Regeln gibt, darf man sich darüber gerne streiten wie man es nennt. Laphroaig nennt es jedenfalls double maturation und ich stimme ihnen zu.

Der letzte Whisky vor dem Ehrengast war dann – wenig überraschend – der Laphroaig Triple Wood (48%; n.c.f.; n.c.a.), gereift in ex-Bourbon Barrels, dann Quartercasks (so wie schon der Quartercask) und zum Schluss noch etwa zwei Jahre in Sherry Oloroso Hogsheads(!). Dieser dritte Whisky komplementiert die Core Range von Laphroaig, die sich in absehbarer Zeit auch nicht ändern wird. So wie schon der Quartercask ist auch der Triple Wood ein n.a.s. Whisky, diese mag John übrigens sehr. Da kann man so richtig kreativ werden, erklärt er. Bis in die 1970er Jahre gab es keine (kaum) Whiskys mit Altersangabe. Die Altersangaben wurden dazu eingeführt, die Qualität des Whiskys quasi zu belegen. Das ist heute noch immer in den Köpfen der Konsumenten, aber auch ein junger Whisky kann qualitativ sehr hochwertig sein und ein alter kann auch mal „schlechter“ sein. Das ist dieser Whisky jedenfalls nicht! Hier ist der Rauch kaum wahrnehmbar, erst mit Wasser tritt er im Mund deutlich hervor. Dafür ist reichlich Süße von Malz da, dazu Äpfel und am Ende Schokolade und Kaffee, sowie eine gewissen Trockenheit.

Nun zu dem Whisky, weswegen wir alle gekommen sind. Dem Laphroaig Lore (48%; n.c.f.; n.c.a.!), die Jubiläumsabfüllung zum 200.Jahrestag der Destillerie. Zumindest seitdem sie legal Alkohol produziert. Und das war im Jahre 1815. Die Abfüllung wird es vermutlich für ein paar Jahre geben, man muss sich also nicht sofort eine Flasche sichern, aber ich kann es nur empfehlen. Der Whisky kann nicht leugnen, ein Laphroaig zu sein. Im Lore hat John versucht Laphroaig nicht zu verändern sondern zu verbessern („not to change it, but to improve it“). Für die Nase haben wir Süße, Torf (wenn auch verhalten), etwas Iod. Salz und Pfeffer sind auf der Zunge, aber auch viel Toffee und Torf! Er ist intensiv, ölig und würzig, aber auch trocken. Der Abgang ist recht trocken aber süß und lange.

Mein Fazit: Besser hätte man den Lore nicht präsentieren können. Die Location war perfekt, die Tastingline war genussvoll und John Campbell merkt man an, dass er hinter dem steht, was er macht. Danke an das Team von Beam Suntory Austria, dass ihr John nach Wien gebracht habt!

Slàinte, Lukas

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