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Nach der obligatorischen Begrüßung durch unseren Referenten – Alexander Huprich – stellte dieser kurz die Single Cask Collection (SCC) vor, auch wenn ich glaube, dass die sieben Personen die an der Masterclass teilnahmen alle wussten was die SCC macht, nämlich Whiskys abfüllen, aber auch Rum, Gin, Grappa, usw. anbieten („… aber Whisky ist unser Hauptgeschäft“). Die Whiskys sind immer in Fassstärke, nicht gefärbt und nicht kältefiltriert (dazu mehr in einem separaten Artikel). Fassstärken werden oft als „Liebhabergeschichten“ und „meist nur teuer“ abgetan. Dies widerlegte diese Masterclass aber eindrucksvoll.

Bei Whisky Nummer zwei am Tisch bzw. im Glas, einem 13-jährigem Teeling kam sofort die Frage, wie denn das möglich sei, ein so alter Teeling. Kein Problem, so Alexander, die Destillerie Cooley verwendete den Namen Teeling erlaubter weise schon seit langem. Es gibt zwar heute nicht viele Abfüllungen mit dem Namen, aber das ändert nichts daran, dass Cooley diesen Namen seit jeher verwendet hat und darf. Nachdem der erste Stolperstein aus dem Weg geräumt war, nahm die Masterclass ihren weiteren Lauf.

Wer auf sehr alte Abfüllungen aus dem Hause der SCC hofft, hofft vergebens. Alexander erklärt, dass er anstelle von „super alten Whiskys“ lieber früher abfüllt, wenn der Whisky noch trinkbar ist. Je älter der Whisky, desto wahrscheinlicher ist es, dass er zu viel „Holz“ vom Fass annimmt und dann einfach „holzelt“, etwas das Alexander überhaupt nicht in einem Whisky will. Dafür bekommt er von der kleinen Runde (wir waren gerade einmal sieben Personen) anerkennendes und zustimmendes Kopfnicken.

Oftmals kaufen unabhängige Abfüller einfach Fässer blind, einfach nur deswegen, weil sie aus einer bestimmten Destillerie sind. Nicht so bei der SCC, wo jedes Fass vor dem Kauf (oder eben nicht-kauf) verkostet wird. Damit kann sichergestellt werden, nur „gute“ Fässer gelagert werden, wobei es natürlich immer vorkommen kann, auch mal ein nicht so gutes Fass zu erwischen. Aber die Wahrscheinlichkeit wird durch die reiche Erfahrung die die Jungs der SCC bereits gesammelt haben, deutlich reduziert. Da kann bei Finishen, welches die SCC teilweise auch betreibt, schon viel leichter etwas in eine Richtung gehen, die man so nicht erwartet (oder erhofft) hat und so nicht abgefüllt werden kann. Das ist ein gewisses Risiko, das einer Destillerie hinter der ein Weltkonzern steht, leichter verkraftet als ein „kleines“ Unternehmen. Nichts desto trotz macht es die SCC auch!

Zum Abschluss der Masterclass präsentierte uns Alexander noch einen Rum aus Barbados. Es handelt sich dabei um einen Blend aus einem 12, 13 und 14 jährigem Rum! Rum und Whisky haben durchaus einiges gemeinsam, auch wenn das Ausgangsmaterial ein anderes ist. Nicht nur die Herstellung ist vergleichbar, auch der Geschmack kann durchaus ähnlich sein. Darum muss auch bei Blindverkostungen angegeben werden, um welche Spirituose es sich handelt. Ein vorzüglicher Rum kann da leicht für einen schlechten Whisky gehalten werden oder umgekehrt. Das dies nicht so weit hergeholt ist, konnte ich selbst schon bei einem Rum Tasting der L&P Whisky Consultants feststellen, ebenso bei einigen Verkostungen von Whiskys, welche im Rumfass gefinished bzw. gereift wurden.

Slàinte, Lukas

Die verkosteten Whiskys:

The Golden Cask – 22yo Tullibardine (22yo; 54,9%; exBourbon Hogshead)
Farbe: Golden
Nase: Toffee & Honig, sehr fruchtig aber auch würzig, leichte Holz- und Erdnoten
Gaumen: Sehr würzig, prickelnd und süß (Honig?), etwas Eichenholz
Abgang: lange & wärmend
Körper: voll & rund

Single Cask Collection – Teeling 13yo (13yo; 54,2%; exBourbon Hogshead)
Farbe: helles Gold
Nase: Leicht nach Nitroverdünnung, aber auch frisch, etwas Toffee und Apfel
Gaumen: Pfeffer, aber auch prickelnde Süße, leicht bamstiges Gefühl im Mund
Abgang: kurz und mild
Körper: leicht & sehr mild

Single Cask Collection – Tormore 20yo (20yo; 53,1%; exBourbon Hogshead)
Farbe: dunkles Gold
Nase: Frisch und leicht säuerlich, dazu etwas erdig
Gaumen: Toffee und Pfeffer, etwas Erde und Holz(?), frisch, ein Hauch Vanille(?)
Abgang: lange & wärmend
Körper: mild & voll

Single Cask Collection – 21yo Miltonduff (21yo; 54,1%; exBourbon Barrel)
Farbe: Gold
Nase: etwas säuerlich frisch, etwas Eiche und Banane(?)
Gaumen: Mild, aber würzig, Toffee und (schon wieder) Banane(?)
Abgang: sehr cremig, mild & lange wärmend
Körper: mild & weich

Single Cask Collection – Coal Ila 10yo (10yo; 58,2%; exBourbon Barrel)
Farbe: helles Gold
Nase: Rauch und Torf, eine schöne Meeresbriese
Gaumen: Torf und Asche, etwas Salz und Süße von Gerste
Abgang: lange & weich
Körper: rauchig aber mild

Single Cask Collection – Barbados edition 40 Rum (12+13+14yo; 40%)
Farbe: Bernstein
Nase: Süße von Melasse und Bitterkeit, Kokosnuss(!)
Gaumen: Schokolade und Kokosnuss
Abgang: eher kurz, aber rund & mild
Körper: weich & mild

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