Am 4.Mai lud Top Spirit, eine 100% Vertriebstochter der Schlumberger Sekt- und Weinkellerei, in die Schmlumberger Kellerwelten in Döbling zum Press-Release einiger neuer Marken in ihrem Portfolio ein. Für mich natürlich interessant, weil auch drei Whiskeys in das Portfolio aufgenommen wurden, allesamt von Sazerac – einem noch in Familienbesitz befindlichem Unternehmen aus den U.S.A. – namentlich der Buffalo Trace, der McAfee’s Benchmark old No.8 und der Eagle Rare. Doch dazu gleich mehr.

Begrüßt wurden wir mit einem Gläschen – wie konnte es anders sein – hauseigenem Sekt, einem 2014er Grüner Veltliner mit einer angenehmen Trockenheit. Dazu gereicht wurde – wahlweise oder auch beides – ein Spargel-Frühlingssalat mit krossem Prosciutto oder Ceviche, ein frischer Fischcocktail. Nachdem einige nette Gespräche geführt und alle geladenen Gäste eingetroffen waren, ging es auch schon hinunter in den Keller des Anwesens wo wir von Mag. Waller, Geschäftsführer von Top Spirit, nochmals begrüßt und kurz in den Abend eingeführt wurden. Nachdem auch Mag. Graser, Pressesprecher von Top Spirit, einige Worte an uns gerichtet hatte, überließen beide dem Halb-Schotten, Top Connaisseur und Wein-Experten Jason Turner das Wort. Dieser ließ sich nicht zweimal bitten und begann sofort in seiner begeisternden und gewinnenden Art – ich glaube ich würde *alles* kaufen, wenn er es präsentiert 😉 – mit der Vorstellung der Edel-Spirituosen.

Bereits Anfang 2016 präsentiert, begannen wir unsere Degustation mit dem Mamont Vodka, der in einer, einem Mammut Stoßzahn (wenn auch nicht in Originalgröße) nachempfundenen Flasche, daher kommt, die Shot-Gläser hatten übrigens die gleiche Form (nur noch viel kleiner). Wie es zu (fast) jedem guten Whisk(e)y eine (mehr oder weniger wahre) Geschichte gibt, war dies auch hier der Fall. Tatsächlich wurde dieser Vodka als Erinnerung an eine knapp überlebte Expedition zum Südpol kreiert, auf welcher die Forscher ein sehr gut erhaltenes Mammut (18.000 Jahre alt!) gefunden haben. Neben dem ungebrochenen Überlebenswillen soll auch eine (oder mehrere) Flaschen Vodka das Überleben der Forscher damals gesichert haben. Destilliert wird dieser Vodka übrigens in Sibirien aus gemälztem(!) Winterweizen was sich geschmacklich, er ist ausgesprochen weich und süß und man schmeckt auch etwas den Weizen, sehr positiv auf diesen Vodka auswirkt, ebenso wie die sehr saubere und reine sechsfach Destillation.

Weiter ging es im straff geplanten Degustieren, nun stand Rum am Programm. Die neue Marke im Portfolio ist Mezan. Am österreichischen Markt werden der Jamaica X.O., der Guyana 2005 und der Panama 2006 – jeweils 5000 Flaschen werden pro Batch abgefüllt – erhältlich sein. Es sind alle drei dry Rums, der Jamaica X.O. ein Blend aus vier bis 23 Jahre alten Rums dich nach dem Blenden noch etwas im Holzfass schlummern dürfen, bevor sie abgefüllt werden. Ein besonders leichter und frischer Rum, typische Zuckerrohraromen und Süße umstreichen Gaumen und Nase. Der Abgang ist tatsächlich recht trocken, aber nicht zu sehr. Guyana 2005 und Panama 2006 sind Jahrgangsrums, vergleichbar mit einem Single Malt aus Schottland. Besonderheit am Guyana, er wird in einem hölzernen Pot Still destilliert! Zehnjährig präsentiert er sich sehr würzig (etwas Tequila am Anfang?) und fruchtig, später am Gaumen aber sehr weich und mit Wasser sogar etwas salzig! Der Panama, etwa 9 jährig, wird in ehemaligen Bourbonfässern gelagert. Sie und natürlich auch das Klima machen diesen Rum sehr süß (Toffee?) und frisch, aber zugleich auch mild mit Dörrobstnoten und einem trockenen Abgang. Allen drei ist gemeinsam, dass die nicht gefärbt, gezuckert oder kältefiltriert werden.

Und schon waren wir bei den Whiskeys angelangt, in Summe fünf, wobei die letzten beiden eher der Kategorie Whiskey-Likör zuzuordnen sind. Wenden wir uns zuerst diesen beiden zu, dem Southern Comfort und dem Fireball Cinnamon Whisky. Dominieren beim Ersterem noch – meiner Meinung nach – der Geschmack von „Jelly Belly Beans“ – fruchtig, süß und weich – ist beim Zweiten eine wahre Zimt-Aroma Explosion das, was das Geschmackserlebnis wohl am Besten beschreibt. Oder mit den Worten des Erzeugers: „Tastes like Heaven, burns like Hell“, wobei ich mich dem nicht so ganz anschließen möchte, so extrem empfand ich es auch wieder nicht. Es ist jedoch nicht verwunderlich, dass dieser Likör in den U.S.A. bereits Jägermeister von Platz 1 der Shotgetränke verdrängt hat und weiter am Vormarsch ist. Die Geschichte dazu ist, dass diese Mischung aus kanadischen Whisky und Gewürzen nur von Barkeeper zu Barkeeper weitergegeben wurde und erst nachdem es in die U.S.A. geschmuggelt wurde, konnte das Geheimnis um diesen Likör gelüftet werden. Ich empfehle diese beiden Liköre gekühlt – man soll sie sogar im Tiefkühler aufbewahren können – zu genießen, die Geschmacksexplosion ist schon so sehr kräftig.

Nun zu den drei Whiskyes des Abends. Es handelt sich bei allen dreien um Kentucky Straight Bourbons aus der Buffalo Trace Distillery, Frankfort, KY. Alle drei sind mehrfach mit Goldmedaillen in verschiedensten Kategorien und Competitions („Fifty Best Bourbon Whiskeys“,  „San Francisco World Spirits Competition“, etc.) ausgezeichnet worden. Die Messlatte wurde also recht hoch gelegt, die Erwartungshaltungen entsprechend auch.

McAfee’s Benchmark old No.8, vier Jahre in amerikanischer Weißeiche gereift besticht durch seinen goldenen Glanz, weichen Vanille- und Schokoladeenoten sowie seinem milden und weichem Abgang. Der Name lehnt sich an die „Surveyor’s Benchmarks“ den Wegmarkierungen der Siedler an. Er gehört zu den am schnellsten wachsenden Bourbons, will also in gewisser Weise auch den Benchmark für andere Bourbons setzen.

Der Buffalo Trace („einer der großartigsten Whiskeys der Welt“ – Jim Murray, Whiskey Magazine) soll an den Pioniergeist der Sieder und die Büffel erinnern. Bevor dieser Whiskey in small batches abgefüllt wird, muss er zumindest acht bis zwölf Jahre reifen. Ihm wohnt noch immer eine gewisse Süße inne, ist aber – vor allem im Vergleich zum No.8 – kantiger und würziger, aber noch immer sehr „drinkable“ wie Jason Turner bemerkte.

Absolutes Highlight war dann der Eagle Rare, von dem ich gerne eine Flasche mit nachhause genommen hätte. Limitiert auf 600 Flaschen für ganz Österreich rangiert dieser Whisky nicht nur in der Verfügbarkeit sondern auch im Preis im gehobenen Segment. Zumindest 10 Jahre muss er in den Fässern reifen, bevor er abgefüllt wird. Außerdem ist er der einzige Bourbon, der bei der San Francisco World Spirits Competition fünf Mal Doppel-Gold abgeräumt hat. Es handelt sich um eine Single Barrel Abfüllung – wobei wir beim Tasting mit der EBRA schon diskutiert hatten, was unter diesem Begriff genau zu verstehen sei, wir jedoch zu keinem eindeutigen Ergebnis kommen konnten – mit einem Roggenanteil von weniger als 10%. Frische süße Honignoten begleitet von Vanille und feinen Holznoten paaren sich mit würzig-wärmenden Noten am Gaumen und einem wundervoll weichem und angenehmen Abgang. Wirklich schade, dass ich nicht an eine Flasche kommen konnte, vielleicht gelingt es mir noch, dann kann ich ihn – nochmals in Ruhe – verkosten.

Anschließend wurde der Abend bei einem gemütlichen get-together wozu vorzügliche Speisen, Fingerfood – hier sei nur stellvertretend für all die anderen tollen Gerichte die uns Patrick Burger uns sein Team von Bartender’s Ball Catering zubereitet hatten, der „Bourbon-Whiskey Beef Spieß mit Rosmarinerdäpfel“ genannt, wobei das Fleisch mit den drei oben genannten Whiskeys über Nacht mariniert wurde – ausklingen gelassen.

Slàinte, Lukas

 

Weiterführende Links

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Top Spirit
Mamont Vodka
Mezan Rum
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McAfee’s Benchmark old No.8
Southern Comfort
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