Am 28.Mai war es wieder so weit, der Ardbeg Day stand an. Dieses Mal allerdings – als Hommage an den vorgestellten Whisky – begann das Event erst am Abend und machte diesen Ardbeg Day zur Ardbeg Night. Der Ardbeg Dark Cove soll an die Zeiten erinnern, als die Bucht, an welcher später die Ardbeg Destillerie 1815 (offiziell) in Betrieb ging, gerne von Schmugglern genutzt wurde, um den Whisky von Islay ans Festland, oder besser: Hauptinsel, zu verschiffen. Natürlich passierte dies in der Nacht, vor allem wenn Neumond war.

Die passende Location hatte Ardbeg in Wien auch ausgewählt, „Der Keller“ im ersten Bezirk. Ironischer weise lag der Eingang direkt neben einem Büro der Excise Man, ähhh ich meinte der Polizei. Nachdem ich das Kennwort geraunt hatte, wurde mir ein leuchtendes Armband, eine nummerierte Muschel sowie eine Anstecknadel von Ardbeg zugesteckt und ich begann den Abstieg in die Höhle.

Nach mehreren 90 Grad Abbiegungen und bangen Sekunden vor jedem Eck, was mich wohl dahinter erwarten würde kam ich schließlich wohlbehalten an und zur Begrüßung gab es gleich einen Ardbeg 10yo (46%; n.c.a.; n.c.f.), ein guter Start in die Ardbeg Night. Typisch Torf-rauchig kommt er daher, aber auch eine Süße von Schokolade umströmt die Nase, gepaart von Salz, Tang und etwas Pfeffer. Am Gaumen machen sich neben dem Torf auch fruchtig-frische Noten von Zitrone und Pfeffer breit. Etwas Iod und Tang lassen sich auch ausmachen.

Während wir begrüßt und in die Geschichte des Ardbeg Dark Cove eingeführt wurden, schnupperte ich am Ardbeg Uigeadail (54,2%; n.c.a.; n.c.f.). Deutlich goldener als der 10yo, kommt er mit sehr vielen und auch schweren Torf-Raucharomen und Trockenfrüchten daher. Aber auch Toffee und etwas von dem Tang, den ich im 10yo hatte, lassen sich ausmachen. Am Gaumen entfaltet sich dieser Whisky noch viel mehr, vor allem Rauch, Gewürze aber auch Süße (Honig?) ist dabei. Der Abgang ist lange und ölig.

Dann brachten auch schon zwei Matrosen, begleitet von Dudelsackklängen und einem Blitzlichtgewitter, eine schwere Holzkiste in der sich drei Flaschen Dark Cove befanden. Wir mussten auch nicht lange warten, sofort wurden die Flaschen geöffnet und der Inhalt unter den gespannt wartenden Gästen verteilt. Also schnell das Glas ausgespült und weiter ging die Verkostung.

Abgefüllt mit 46,5% schimmert dieser Whisky schon fast bernsteinfarben im Glas, das kommt nicht zuletzt von den verwendeten ex-Sherry Fässern. Auch die Nase bestätigt es. Etwas trocken, aber doch fruchtig-süß (Schokolade?), etwas salzig-würzig, aber wo ist der Torf?? Ganz, ganz, ganz verhalten beginnen ein paar dünne Rauchschwaden die Nase zu umströmen, aber weniger Torf- mehr Lagerfeuerrauch. Äußerst ungewöhnlich für Ardbeg. Aber am Gaumen wird es wohl rauchig werden. Nun ja, nicht so ganz. Etwas Torf ist vernehmbar, aber die Salz-, Tang- und Fleischnoten sind hier deutlich präsenter. Gegen Ende hin wird auch etwas Süße – von dunkler Schokolade – vernehmbar. Im Abgang ist er weich und lange, ein ausgesprochen ausgewogener und sehr “milder” Ardbeg. Eingefleischte Ardbeg-Fans mögen ihn vielleicht zu wenig “Ardbeg-like” finden, aber ich finde ihr durchaus gelungen.

Zum Abschluss galt es noch in der Gruppe (es waren deren sechs) an drei Stationen sich einen Ardbeg Dark Cove zu erspielen. Da musste geangelt werden, keine Fische sondern kleine Ardbeg-Fläschchen (leider leer…), Knoten geknüpft (wir hatten Jason Turner in der Gruppe, einen erfahrenen Segler) und Aromen blind erschnüffelt werden. Für richtig gelöste Aufgaben gab es Puzzleteile, die wir auf dem Weg zu Station drei schon größtenteils zusammen setzen konnten. Nichts desto trotz fehlten uns noch die entscheidenden Teile und nachdem wir aus einem langen und schmalen Gang ein paar Säcke mittels Scheibtruhe hervor gekarrt hatten, konnten wir unter Schwarzlicht das Losungswort “Destillery” mit den Säcken bilden. So komplettierten wir die Karte und konnten das Versteck ausmachen. Eine super nette und auch sehr lustige Idee! Wir hatten jedenfalls unseren Spaß.

Als kleine Belohnung für die gelösten Aufgaben gönnte ich mir neben dem Islay Mule, einem Cocktail aus Ardbeg 10yo, Limettensaft und Ginger Bier, noch den Ardbeg Corryvreckan. Mit 57,1% Alkohol ganz schön heftig, aber als Mitglied der SMWS bin ich Fassstärken gewohnt. Noch dunkler als der Dark Cove treten an der Nase Torf-, Schokolade- und Tangnoten hervor. Aber auch fruchtige und würzige Noten lassen sich ausmachen. Am Gaumen ist er -wenig überraschen – sehr kräftig und gehaltvoll, Pfeffer, Fleisch, natürlich Rauch aber auch etwas Kaffee(?) und Früchte lassen sich ausmachen und der Abgang ist, nun ja, während ich diese Zeilen tippe habe ich immer wieder das Gefühl ihn noch zu schmecken… Wundervoll. Und fast hätte ich es vergessen, eine Torte in der Form eben jener Höhle nach der der neue Ardbeg benannt ist gab es zum Schluss auch noch!

Zu haben ist der Dark Cove übrigens ab Montag, 30.Mai, unter anderem im Potstill. Aber es heißt schnell sein, es gibt nur extrem begrenzte Vorräte!

Slàinte, Lukas

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