Liebes Whiskytagebuch, dies wird kein gewöhnlicher Atikel. Nicht das meine bisherigen Artikel “gewöhnlich” gewesen wären, aber dieser wird ganz anders! Während ich diese Zeilen auf meinem iPad tippe, sitze ich im Stellwerk im Hauptbahnhof Linz und trinke einen Baileys Latte. Als hätte ich heute nicht schon genug Alkohol gehabt 🙂 Für alle, die nicht so viel lesen wollen, hier die Zusammenfassung (TL;DR): Das Austrian Whisky & Spirits Festival war super! Wenn du heuer nicht dabei warst, komm nächstes Jahr, es loht sich. Nun die lange Version…

Eigentlich wollte ich daheim im Bett bleiben. Ein paar Folgen der letzten Staffel der Mythbusters schauen und ein bisschen faulenzen. Diesen Wunsch habe ich manchmal, wenn ich mir etwas besonderes (wie den Besuch auf dem Austrian Whisky & Spirits Festival) vorgenommen habe. Warum dem so ist weiß ich nicht, aber mein Bauchgefühl sagte, ich soll trotzdem fahren. Also bin ich gefahren. Normalerweise plane ich solche Dinge immer sehr genau (frag mal Michael, als wir in München oder Linz waren…). Diesmal hatte ich jedoch nur die zwei Zugtickets, alles andere wollte ich zur Abwechslung “spontan” machen.

Schön voll war es!
Schön voll war es!

Am Bahnhof angekommen, gönnte ich mir zuerst zwei Leberkäsesemmeln beim Leberkas Pepi. Diesesmal kein Stress, kein Geheze, alles ganz entspannt. Dann – zu Fuß – ganz gemütlich zur neuen Location der Veranstaltung, dem Hotel “Am Domplatz”. Die Adresse lautete zwar nicht “Am Domplatz”, was mich zuerst irritierte, aber direkt hinter dem Hotel – wenn man aus den Fenstern des Festivals schaute sah man ihn – war der Linzer Dom. Und der steht nun mal am Domplatz. Dort angekommen machte sich – bitte nach diesem Absatz unbedingt weiterlesen, hört man hier auf zu lesen, bekommt man ein völlig falsches Bild! – Ernüchterung breit. “Nur” zwei Masterclasses, eine davon hatte gerade begonnen und “nur” ein Raum mit Auststellern.

Toll, dachte ich mir, was mache ich jetzt (es war gerade einmal 15:00) bis mein Zug um 21:47(!!) wieder nach Wien geht? Ich brauche etwa 30 Minuten (gemütlichen gehens) zum HBF. Bleiben also noch gut 6 Stunden. Ziehe ich etwas Zeit für’s anziehen und Nachtmahlessen ab, bleiben noch immer 5 Stunden, oder so. Also mal schnell die Runde gedreht, um zu sehen wer aller da ist. Natürlich die “üblichen Verdächtigen”, wie sollte es anders sein. Die Whiskybranche ist – trotz globalem Erfolg – ein Dorf. Alexander Huprich von der Single Cask Collection (SCC; dem Veranstalter…), daneben Rudi von der Alba-Collection zusammen mit den Kollegen von Munich Spirits, Thomas Breitwieser und Walter Wallner von Top Spirit waren auch da. Säntis und Slyrs waren vertreten und auch Andreas Scholz (Woody’s) sowie Saskia mit ihrem Dudelsack waren da (und noch einige andere!). War doch eine gute Idee nach Linz zu kommen.

Whisky Impressionen (hier: Säntis aus der Schweiz)
Whisky Impressionen (hier: Säntis aus der Schweiz)

Nun stellte sich nur noch die Frage, ob ich in die zweite Masterclass inverstierten sollte. “Alte Raritäten der Single Cask Collection” ist das Thema, sagte mir die nette Dame an der Kassa, “mit John McDougall”. DER John McDougall??, ja DER! Ich zitiere hier mal einen Text von seiner Homepage…

John McDougall is one of a very rare and elite group of people who have been Production Director or Manager of a distillery in all of the traditionally recognised distilling regions in Scotland and is arguably the most experienced Whisky Expert (…)

http://johncmcdougall.com/

Erst kürtzlich feierte er sein 55-jähriges Jubiläum in der Whiskyindustrie und wie er auf der Masterclass verriet (natürlich buchte ich SOFORT einen Platz), plant er die 60 Jahre voll zu machen “…but you never know”! Außerdem unterstützt er die SCC bei der Fassauswahl bzw. verkauft ihnen auch das eine oder andere Faß.

Folgende Whiskys verkosteten wir, während und John mit einigen tollen Anektoden unterhielt:
Einen sehr angenehmen goldenen 13yo Teeling, gefolgt von einem würzig-weichem 23yo Longmorn und einemsüß-fruchtigen 27yo Linkwood. Danach ging es mit einem salzig-süßem 17yo Tobermory weiter. Die Masterclass schloss mit zwei Torfbomben, einem milden aber doch iodigen 10yo Coal Ila und einem weichen und süßen 13yo Laphroaig.

John McDougall im Fachgespräch mit Rudi & Käfer
John McDougall im Fachgespräch mit Rudi & Käfer

Das tolle an dieser Masterclass war, dass wir uns nicht hetzen mussten. Schon klar, wenn man mehrere Masterclasses hat, kann man diese nicht beliebig lange machen, aber da dies die Letzte des Tages war und wir alle es nicht eilig hatten (Alexander meinte zu John “Du hast bis 21:00 Zeit” – perfekt für mich!!), musste niemand auf die Uhr schauen. Irgendwann stand Alexander jedoch wieder in der Türe, da er John nun doch brauchte. Aber das war erst nach fast zwei Stunden. Das war definitiv die beste Masterclass, die ich bisher hatte. Hier zwei “Goldkörner” von John McDougall:

Auf die Frage wie man “richtig” Whisky verkostet.

I nose Whisky the way I nose Whisky.

— John McDougall

Über Kältefiltration

What would be the point of that? All the good stuff would be removed!

— John McDougall

Nächste Woche geht’s weiter, bis dahin! Sláinte,

One thought on “Austrian Whisky & Spirits Festival 2017 – Teil 1

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