Liebes Whiskytagebuch,

Anfang Februar lockte wieder das Finest Spirits Festival (welches ich ab hier mit FSF abkürzen werde) nach München. Das diesjährige Thema “Liköre” bedeutete aber nicht, dass ich dort keine Whisky bekommen hätte. Der war reichlich vertreten, ebenso gab es – neben den Likören – Gin, Vodka, Cocktails und auch noch ein paar essbare Schmankerln wie Schokolade, “Beef Jerky”, Käse und, und, und. Für jeden also was dabei. Meine Anreise verlief diesmal überraschend gut, nur beim Hotel war ich nicht darauf gefasst, dass die Rezeption nicht besetzt und daher die Parkgarage nicht zugänglich war. Glücklicherweise fand sich im angrenzenden Wohngebiet ein Parkplatz und der kostete auch nichts. Also 5€ mehr für Whiskys auf der Finest Spirits 🙂

Die Location – das MVG Museum – war bequem vom Hotel zu Fuß aus erreichbar, zuvor ging ich jedoch zum etwa gleich weit entfernten Bahnhof Giesing, um mir eine Datenkarte für mein iPhone zu holen. Von dort fuhr auch der kostenlose Shuttle-Bus ab, sehr praktisch also. Auf dem Weg zum Bahnhof hatte ich meinen ersten erheiternden Moment des Tages, als mir ein entgegenkommender Punk “Respekt Mann, Respekt!” zu rief. Das lag wohl daran, dass ich im Kilt unterwegs war 🙂 Bei der Haltestelle dann der nächste Moment. “Ich glaube da fährt der Shuttle-Bus zur Finest Spirits weg.”, sagte ein Mann zu seiner Begleitung. Mein Gedanke dazu: “Was hat’s verraten? Der Kilt?” :))

Das tolle an solchen Veranstaltungen ist, dass man eine viel niedrigere Hemmschwelle hat, jemanden anzusprechen. Man hat ja schon was gemeinsam auch ohne sich zu kennen. So auch drei – ich sage mal – Motoradfahrer in Lederkluft, die es auch toll fanden, einen Typen im Kilt zu sehen. “Nur die Kniescheiben schauen halt etwas, naja seltsam aus?!?” Ich so: “Ich sehe sie nicht, daher ist es mir wurscht.” Gemeinsames lachen als der Bus vor fuhr. Später auf der Messe sind wir uns noch über den Weg gelaufen, haben uns zugeprostet und weiter ging es. Die Messe war schon gut gefüllt als ich kurz nach 17:00 ankam, leider zu spät für die Glenmorangie Masterclass mit dem neuen Bacalta. Und auch zu spät für die Highland Park Masterclass mit HP ICE und FIRE, die zwar erst um 18:00 begann, aber bereits ausverkauft war. Ebenso wie die Bruichladdich Masterclass um 20:00. Mist, also diesmal keine tollen Geschichten von Ewald über Käsesaucen mit Octomore für’s Raclett.

Jedoch gelang es mir, nachdem mir zuvor noch Bernhard Rems von den Whiskyexperts über den Weg gelaufen war Mark Armin Giesler zu erwischen, Brandambassador bei Beam Suntory. Dankenswerterweise nahm er sich noch ein paar Minuten Zeit für mich bevor seine Masterclass begann. Also kam ich doch in den Genuss der beiden Highland Parks ICE und FIRE. Den ICE gibt es ja schon einen Weile, der FIRE wurde im Rahmen des FSF erst vorgestellt und komplettiert die (Zweier) Serie von Feuer und Eis, den beiden Elementen mit denen die Bewohner Orkneys seit jeher kämpften bzw. sich arrangieren mussten. Während der ICE mit Fassstärke (53,9%) aus exBourbon Fässern abgefüllt ist, wurde beim FIRE auf 45,2% verdünnt. Zudem stammt Letztere aus exPortwein Fässern, teilweise 1st fill, teilweise 2nd fill, damit der Whisky nicht vom Port erschlagen wird. Leider sehr limitiert und noch dazu sehr gefragt, werden diese beiden Whiskys ihren Weg wohl nicht in mein Whiskykabinett finden.


Highland Park FIRE und ICE in der Beam Suntory Lounge Highland Park FIRE und ICE in der Beam Suntory Lounge

Highland Park ICE

Alter: 17 Jahre
Alkoholgehalt: 53,9% (Fassstärke)
Farbe: golden
Faß: exBourbon
Tastingnotes: etwas rauchig, Heidekraut, etwas Toffee(?), kräftig am Gaumen, wird mit Wasser würziger und prickelnd

Highland Park FIRE

Alter: 15 Jahre
Alkoholgehalt: 45,2%
Farbe: helles Bernstein
Faß: exPortwein (first & refill)
Tastingnotes: würzig, erinnert ein wenig an Maggi-Würfel, Toffee, kann die Portfässer nicht leugnen, riecht besser als er mir schmeckt


Natürlich waren auch die Munich Spirits dabei, die 2017 ihr 10-jähriges Jubiläum feiern. Dem widme ich aber einen eigenen Artikel. Andreas Scholz von Woddy’s war auch da und er konnte mir bereits die beiden Holzstücke in die Hand geben, die einmal meine Füllfeder werden (wieder ein anderer Artikel). Bin schon sehr gespannt darauf! Weil mich ein Arbeitskollege ein paar Tage vor dem FSF auf den Jack Daniels Sinatra ansprach, musste ich natürlich auch bei Jack Daniels vorbeischauen. Sinatra war ein großer Jack Daniels Fan und soll sogar mit einer Flasche Whiskey begraben worden sein, dieser Whisky ist eine Hommage an ihn. Neben dem “Select” welchen ich auch probieren konnte, gibt es noch den “Century” (Frank Sinatra wäre 2015 genau 100 Jahre alt geworden), welcher noch exklusiver ist. Für Ersteren legt man derzeit (solange der Vorrat reicht) rund 150€ hin, jedoch für eine 1L Flasche, beim “Century” dürfen es rund 300€ mehr sein. Beiden ist die Herstellung und Reifung gemeinsam, für den “Century” wurden jedoch weniger Fässer insgesamt ausgewählt. Nachdem der Whiskey ganz “normal” in amerikanischer Weißeiche für etwa 4 bis 6 Jahre reifen durfte, musste er für mindestens ein Jahr in ein weiteres neues Fass, welches anders getoasted und mit “Grooves“, also Einfräßungen zur Oberflächenvergrößerung, versehen ist.

Was ich noch alles auf dem FSF erlebt habe, erzähle ich euch dann nächste Woche in der Fortsetzung, bis dahin, Sláinte

One thought on “Finest Spirits Festival 2017 – München – Teil 1

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