Liebes Whiskytagebuch,

Nachdem ich zu spät für alle mich interessierenden Masterclasses zum Finest Spirits Festival (FSF) in München gekommen bin (Ausverkauft oder schon begonnen), gelang es mir wenigstens, den Highland Park ICE und FIRE zu verkosten (hier nochmal zum Nachlesen). Aber mir sollte das Glück weiterhin hold sein, das wusste ich zu dem Zeitpunkt als ich bei Jack Daniels stand und den Sinatra Select verkostete aber noch nicht. Von dort führte mich nämlich mein Weg vorbei am Stand der Single Cask Collection (da war der Bär los! So wie schon in Linz…) und der Caledonia Scotia Kilts (ich musste mich sehr beherrschen keinen neuen Sporran und Kilt zu kaufen, vor allem nach dem wirklich vorzüglichen Angebot das ich bekam) zu Ardbeg & Glenmorangie. Irgendwie muss Karen Fullerton gespürt haben, dass ich den neuen Bacalta der Private Edition noch nicht verkostet hatte, es aber gerne würde.

Nur wenige Augenblicke später hatte ich ihn im Glas und Karen nahm sich die Zeit, mir genau zu erklären, wie es zu diesem Whisky kam. Er ist eine Hommage an den (nicht mehr produzierten) Glenmorangie Madeira Finish. Der war damals äußerst beliebt und ist es heute noch. Um diesen (leider limitierten) Whisky zu erhalten wurde zuerst ganz “normal” Destilliert und gelagert (also so wie für den Glenmorangie The Original). Um ihn dann in speziell dafür gefertigte Malmsey Madeira Fässer für gut 2 Jahre nachreifen zu lassen. Diese wurden zuvor mit Malmsey Wein auf Madeira für zwei Jahre (in der prallen Sonne!) gelagert. Erst dann durfte der quasi fertige Whisky in das Fass. Der Name ist übrigens gälisch und bedeutet “gebacken”, was man auch schmeckt. Sehr süß, weiße Schokolade, würzig (Pfeffer?), Honig, Toffee, aber auch etwas Minze(?). Dieser Whisky macht der Redensart, dass Whisky “flüssiger Sonnenschein” sei, alle Ehre.

Nachdem ich mich bedankt und verabschiedet hatte, lief ich direkt Ewald Stromer von Bruichladdich in die Arme, bevor ich mich zum Kymsee Whisky durchschlagen konnte. Die Halle war mittlerweile gut gefüllt, sicherlich sehr zur Freude der Veranstalter. Rund 9.300 Menschen sollten an den drei Tagen da gewesen sein, wie die Pressemitteilung im Nachhinein festhielt. Zurück zu Ewald & Bruichladdich. Ob ich bei seiner Masterclass dabei sei, war die erste Frage. “Ausverkauft” war meine Antwort. Irgendwie gelang es ihm aber doch, noch einen Platz für mich zu finden. Diesmal musste sich Ewald jedoch ein wenig zurückhalten, war doch auch seine Frau zugegen. Das bedeutete jedoch nicht, dass es weniger lustig gewesen wäre. Besonders amüsant fand ich den Teil, in dem er die Geschichte von ihm, seiner Frau und Jim McEwan mit uns teilte. Vier Fässer lagen da bereit verkostet und erworben zu werden. Ewlads Frau, bis dahin nicht wirklich mit Whisky vertraut wählte genau die beiden Fässer aus, die auch Jim dann kaufen sollte. Und Ewald so: “Ich stand daneben und war: echt jetzt? Meine Frau sagt Jim, welche Fässer er kaufen soll?” – Unglaublich, wie Ewald es von Mal zu Mal schafft, die Masterclass witzig, interessant und immer wieder neu zu gestalten.

Hier nur die Auflistung der verkosteten Whiskys, die Tastingnotes kommen in einem weiteren Artikel!

  • Port Charlotte 10yo (2nd edition)
  • Port Charlotte Islay Barley 2008
  • Octomore 7.1 208ppm
  • Octomore 10yo 167ppm (2nd edition)
  • Octomore 7.3 169ppm Islay Barley

Nach dieser wundervollen Masterclass gelang es mir endlich, mit Rudis Hilfe, den Kymsee Whisky Stand zu finden. Am Austrian Whisky & Spirits Festival in Linz hatte mich Rudi einen Whisky blind verkosten lassen, nie im Leben hätte ich erschmeckt, das dieser aus Deutschland ist.

Eben diesen Whisky mit dem Namen Kymsee, stellen Oliver Lange und seine Frau Eva-Maria her. Eigentlich sind sie Bierbrauer und haben sie eine kleine Gastwirtschaft. Die verfügbaren Whiskys sind allesamt sehr jung (3 bzw. 3,5 Jahre), das liegt daran, dass Oliver relativ wenig produzieren kann und dementsprechend nicht all zu viel hat, das er “auf die Seite” legen kann. Aber das soll sich in absehbarer Zeit ändern. Neben dem Single Malt (3yo), gibt es auch noch gefinishte Whiskys (3 Jahre wie der Single Malt, dann für ein halbes Jahr in anderen Fässern), so wie den aus dem Sherry Fass, den ich in Linz hatte. Für die “Grundreifung” kommen exBourbon Fässer aus Kentucky und Garrison Fässer aus Texas zum Einsatz.

Aber auch Bierlikör, Edelbrände, Marmelade, und so weiter, bekommt man bei den beiden. Thementastings und eine Besichtigung (näheres auf ihrer Seite) runden das Programm ab. Definitiv einen Besuch wert, wenn man in der Gegend ist. Und wenn man, so wie ich, nicht aus der Gegend ist bzw. nicht in die Gegend kommt, sicherlich einen (längeren) Ausflug wert. Ich hoffe dass ich es im Sommer schaffe, bei Oliver und seiner Frau vorbei zu schauen. Das Brot das sie am Stand hatte, war übrigens auch selbst gemacht – und vorzüglich!

Viel zu schnell verging wieder einmal die Zeit und da ich vor hatte, am nächsten Tag in der Früh wieder nach Wien aufzubrechen, entschied ich mich nicht auf die Aftershow Party zu gehen. Einerseits sicherlich schade, da ich noch mehr fantastische Menschen getroffen hätte, andererseits aber auch wieder gut. Denn auf meinem Heimweg musste die A2 hinter Mondsee nur eine knappe Stunde nachdem ich dort vorbei gekommen war, gesperrt werden. Massenunfall im Nebel, ich war “gerade noch so” durch gekommen, nachdem bereits ein Unfall dort einen 8km langen Stau verursacht hatte. Vielleicht sollte ich ja nächstes Jahr noch einen weitere Nacht dranhängen. Dann könnte ich die Aftershow Party ohne schlechtes Gewissen besuchen. Aber dieses Jahr war das Wochenende auch das Super Bowl Wochenende. Aber das ist eine andere Geschichte. Bis zum nächsten Mal, Sláinte!

One thought on “Finest Spirits Festival 2017 – München – Teil 2

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