Liebes Whiskytagebuch,
wie du weißt, habe ich mich nach langem, langem Warten auf dem Austrian Whisky & Spirits Festival 2017 (hier geht’s zu Teil 1 und zu Teil 2) in Linz entschieden, mir eine Füllfeder aus Whiskyfassholz bei Woody’s anfertigen zu lassen. Neben dem sehr netten Gespräch auf besagtem Festival als auch auf dem Finest Spirits Festival 2017 (Teil 1 & Teil 2) in München, hat sich ein reger Email-Verkehr zwischen Andreas Scholz – Woody’s – und mir entwickelt. Ich habe diese Gelegenheit gleich beim Schopf gepackt und so kann ich hier auf meinem Blog mein erstes richtiges Interview veröffentlichen. Doch zu allererst möchte ich mich bei Andreas für die Zeit die er sich für das Interview genommen hat bedanken!



Andreas, wann hast du begonnen, Füllfedern, usw. aus Whiskyfassdauben zu fertigen?

Seit Anfang 2011 habe ich mir sozusagen meinen Traum erfüllt.


Wie bist du eigentlich auf diese Idee gekommen?

Ich wollte schon seit Kindheitstagen immer mit Holz arbeiten, auch schon immer Drechseln. Es hat sich nie ergeben…….. bis 2011 🙂

Zum Hochzeitstag habe ich von meiner Frau einen Kurs geschenkt bekommen, um selbst ein Messer herzustellen. Das hat zugegebenermaßen noch nichts
mit Drechseln zu tun. Der Messermacher, bei dem der Kurs stattfand, hatte aber auch eine Drechselbank, die ich dann mal unter seiner Anleitung ausprobieren durfte. Und damit war es geschehen.

Darüber hinaus habe ich schon immer eine Leidenschaft für Schreibgeräte. So war es naheliegend, dass ich das auch irgendwann mit dem Drechseln kombiniere. Das hat dann auch ziemlich früh stattgefunden.

Da meine zweite Leidenschaft, das Whisky genießen, auch schon sehr ausgeprägt war, musste es nicht lange auf sich warten lassen, bis ich mir erst einmal aus Spass und Freude selbst aus einem Whiskyfass etwas hergestelt habe und dann hat sich diese Idee weiterentwickelt.

Auf der Suche nach Plattformen und Kontaktmöglichkeiten zu Whiskyfreunden bin ich dann auf Munich Spirits gestoßen (kannte [Name auf Anfrage gelöscht] zufällig beruflich) und dann irgendwann auf Frank Böer und dann nahm alles seinen Lauf.


Hast du ein Handwerk in diese Richtung (Schreiner, …) gelernt oder musstest du dir das alles “neu” beibringen?

Ich bin gelernter Kommunikationselektroniker, habe Elektrotechnik studiert und arbeite bei einem Finanzdienstleister in der IT-Abteilung. Alles Handwerkliche habe ich mir selber beigebracht. Beim Drechseln habe ich bei einigen Drechselmeistern Kurse besucht, um mir die Feinheiten beibringen zu lassen.


Wie lange hast du etwa gebraucht, bis die Ergebnisse so gut waren, dass du sie verkaufen wolltest?

Wenn ich mich richtig erinnere, war ich Ende 2011 soweit, dass ich mich getraut habe, meine Produkte anzubieten.


Wie schwer ist es, an solche Dauben zu kommen? Sind die Destillerien da eher zurückhaltend oder kann man sie leicht von deiner Idee begeistern?

Das ist sehr unterschriedlich. Für bestimmte “Standard” Destillerien gibt es für einzelne Dauben(abschnitte) einen gewissen Markt…

Spannend sind aber natürlich die Dauben oder Fässer von sehr beliebten Destillerien.

Meine persönliche Besonderheit ist aber die, dass ich ab und zu ganze Fässe bekomme und auch noch den Whisky aus genau diesem Fass (aktuell Glenrothes), was ich dann als Special-Edition anbieten kann.

Meine Irland und Schottland Reisen waren bzgl. Bezugsquellen sehr enttäuschend. Bei Jameson war ich erfolgreich, weil ich mich direkt an die Firma wenden konnte, die die alten Jameson Fässer verwertet. Von dem Werkhof dort irgendwo im Nirgendwo in West-Cork wollte ich gar nicht mehr weg :-))

Ansonsten habe ich bei z. B. bei Kilbeggan nicht mal die Späne mitnehmen dürfen, bei Tullamore habe ich 3 Bruchstücke von einem Fassdeckel bekommen…

In Schottland ergab sich auch GAR NICHTS bis Bruichladdich. Dort lernte ich einen der Sales Manager vor Ort kennen und er hat mir tatsächlich im Nachgang ein richtig großes Paket Dauben geschickt.

Zu Springbank und Highland Park habe ich über viele Umwege ein paar persönliche Kontakte und konnte deswegen ein paar Stücke abstauben. Bei Ardbeg habe ich mal einen Großauftrag von Glenmorangie für Schreibgeräte für die deutschen Außendienstvertreter bekommen. Ansonsten käme man an die Ardbeg Sachen so gut wir gar nicht ran. War
auch vor Ort völlig aussichtslos mit den difusesten Ausreden.

Zu Slyrs habe ich sehr gute Kontakte und konnte dort auch schon 2 Fässer bekommen.


Aus welcher Destillerie hättest du gerne noch Dauben und warum gerade diese Destillerie?

Glenlivet, weil es die schottische Lieblingsdestillerie meiner Frau ist.
Macallan, weil damit meine Whisky-Leidenschaft begonnen hat.
Bowmore, weil es eben Bowmore ist 🙂


Dein Lieblingswhisky (oder Destillerie)?
Whisky: Bruichladdich 3D3
Destillerien: Bruichladdich und Bunnahabhain



Solltest du jetzt Lust bekommen haben, dir eine Füllfeder oder einen Kugelschreiber, oder, oder, oder aus einer Whiskyfassdaube fertigen zu lassen, würde ich dir dringend empfehlen, die Seite von Andreas (Woody’s) zu besuchen! Aber nicht nur handgefertigte Schreibwaren bekommst du dort. Auch Tinte mit Whiskyduft (braun!), Kolbenkonverter und anderes nützliches Zubehör findet sich dort! Bis zum nächsten Mal, Sláinte!

One thought on “Woody’s

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