Die Spirits & Friends liegt nun schon ein paar Wochen zurück, aber irgendwie kommen die Whisky News und Geschichten immer “Schwallweise”. Und da ich ja Hauptberuflich Chemiker bin, dauert es immer ein Weilchen, bis alles aufgearbeitet ist. Und außerdem möchte ich dich ja nicht all zu sehr “zu spammen”, sowohl mit Whisky News als auch mit Foto News (von LDAMiAB.com).

Durch die verschiedenen (Whisky) Messen lerne ich immer wieder neue Veranstaltungsorte kennen, was durchaus spannend ist. Ich glaube jedem Wiener ist die “Messe Wien” beim Prater bekannt. Daneben gibt es aber auch noch eine Vielzahl an (kleineren) Standorten, die auch ganz interessant sind. Da wäre zum einen die Marx Halle, aber die soll in nächster Zeit umgewidmet werden. Das Messekonzept der Halle war wie ich erfahren haben nur Übergangsmäßig. Und dann ist da zum Beispiel noch das MGC bei den Gasometern. Genau dort fand besagte Spirits & Friends zum Ersten Mal in Wien statt.

Da es in Wien immer weniger bis keine (reine) Whiskymessen mehr gibt, mache ich mir natürlich gerne die Mühe, nach Alternativen zu suchen. Die Messezeiten unter der Woche sind vielleicht nicht für jeden optimal, das muss ich schon zugeben, aber wenn man einen kurzen Tag macht, kann man nach der Arbeit noch bis 19:30 hinschauen. Oder man macht es wie ich und gönnt sich einen Tag Auszeit unter der Woche. Ein paar Stunden sollten durchaus genügen um alles in Ruhe ansehen zu können. Die Größe der Veranstaltung ist völlig in Ordnung und wer sich nicht schäut ein paar Minuten zu Fuß von der U3 – Gasometer zu gehen, ist auch recht schnell dort.

Ich muss zugeben, dass die Auswahl an Whiskys bei weitem nicht so groß war, wie auf der Finest Spirits oder gar der Wiener Whiskymesse. Wer nur auf Whiskys aus ist, ist hier leider falsch. Wer sich aber (auch) für Gin, Vodka, (Craft) Bier, Wein oder (Obst) Brände begeistern kann, sollte vorbei schauen. Daneben gibt es noch einige Food-Trucks mit Köstlichkeiten, für das leibliche Wohl ist also auch gesorgt. Heurigenbänke und strahlender Sonnenschein luden auch dazu ein, ein wenig draußen zu sitzen und die Köstlichkeiten in der Sonne zu genießen. Ich berichte hier einfach einmal von drei Ausstellern, deren Produkte ich probieren konnte und mit denen ich ein nettes Gespräch geführt habe.


Hermann Rogner – Destillerie Rogner

Mit Hermann ist es fast so wie mit Rudi von der Alba-Collection oder Alexander von der Single Cask Collection. Man läuft sich immer wieder über den Weg und ich freue mich jedes Mal, wenn es wieder passiert. Bekannt ist Hermann wohl für seinen Whisky. Aber das ist nicht die einzige Edel-Spirituose, die er in Niederösterreich produziert. Auch Gin und Rum gehören dazu! Und letzteren (mit dem klingenden Namen Hermano) konnte ich probieren. Hermann gelang es durch ein spezielles Verfahren, seinem Rum unter anderem mehr Ester-Komponenten hinzu zu fügen, welche den Rum schwerer machen. Ähnlich dem Jamaika Rum, erklärt er mir, während mir wuchtig, aber trotzdem fein Zuckerrohr- und Melassenoten sowie eine schwere Süße entgegen wehen. Voll und intensiv im Geschmack, dabei jedoch auch fein und delikat.


Smokecraft Vodka

Der typische Vodka ist klar, farb- und geschmacklos. Dieser Vodka ist klar, aber weder farb- noch geschmacklos. Und das liegt daran, dass er nach der Destillation noch veredelt wird. Nicht etwa durch eine Fassreifung – was die braune Farbe, aber nicht die Rauchnoten erklären würde – sondern durch räuchern. Wie räuchert man Vodka, magst du dich fragen. Es ist nicht der Vodka, sonder die Flaschen, die geräuchert werden. Anschließend kommt der fertige (ungeräucherte) Vodka in die Flaschen, selbigen werden verschlossen und vorsichtig gedreht, sodass der Vodka die ätherischen Öle, die in der Flasche haften, aufnehmen kann. Abschließend wird der Inhalt der Flaschen zusammengemischt, auf Trinkstärke eingestellt und abgefüllt. Fertig ist der Smokecraft Vodka, derzeit geräuchert mit Buchenholz. Jedoch wird die Buchenholzräucherung nicht die Einzige bleiben. Experimente mit verschiedensten Holzarten sind derzeit im Gange, man darf gespannt sein was da noch kommen wird…


AIJST Gin

Bevor du dir die Zunge beim Versuch den Namen auszusprechen brichst, dieser Gin aus der schönen grünen Steiermark wird wie “Äste”, aber auf Steirisch, ausgesprochen. Also quasi “Ej-st”, also (fast) so wie man es schreibt 😉 Wie so viele Whisky und Gin Brenner in Österreich, ist auch dieser Familienbetrieb aus einer Obstbrennerei hervor gegangen. Neben dem obligatorischen Wachholder finden sich auch Zitrone, Orange, Lavendel(!), Ingwer und noch 4 weitere Kräuter im AJIST Gin aus der Südsteiermark. Alles stammt aus biologischer Landwirtschaft, soweit möglich wird lokal eingekauft, auch die Flaschen. Ein sehr angenehmer Gin, nicht mit Kräuternoten überladen, sehr harmonisch und fein, intensiv aber trotzdem weich am Gaumen!


Mein Fazit

Die Spirits & Friends richtete sich – zumindest heuer – vor allem an (Wieder) Verkäufer, Barpersonal und andere Spirituosenprofis, nicht zuletzt wegen der Öffnungszeiten. Mir ist aber zu Ohren gekommen, die Messe an das Ende der Woche zu schieben und später zu öffnen. Damit könnte man dann länger offen halten und auch Spirituosenbegeisterte und -interessierte die einen 9 to 5 Job haben, kommen in den Genuss, vorbei schauen zu können. Die Food Trucks waren eine tolle Idee, ähnliches gab es schon auf der Finest Spirits Vienna letztes Jahr im November. Die war aber wohl ein einmaliges Experiment, daher bleibt zu hoffen dass die Spirits & Friends (und noch weitere Messen) in die Nachfolge der legendären Wiener Whiskymesse und dem Finest Spirits Festival (das in München übrigens sehr gut läuft!) treten! Bis dahin!

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