Liebes Whiskytagebuch

Vergangene Woche, also direkt bevor der Advent begann, lud Mr. SingleCaskCollection – Alexander Huprich – zur Verkostung der neuesten Abfüllungen der Single Cask Collection nach Linz ins Weinturm ein. Dies habe ich mir natürlich nicht entgehen lassen können, also bin ich am 30. November für nicht einmal zwei Stunden nach Linz gefahren (natürlich mit der Bahn…). Die Neuabfüllungen sind bereits im Webshop, ein klick auf den Whiskynamen führt euch direkt dorthin…

Glen Ord

GlenOrdDieser Single Malt aus der Highlandbrennerei Glen Ord (bekannt sind sicherlich die Originalabfüllungen unter dem Namen The Singelton) ist fruchtig-süß in der Nase und am Gaumen intensiv (aber weich!) und sehr süß. Das Finish ist lange und wärmend, ein wirklich feiner Single Malt für schöne Frühlingstage.

Whiskyfacts: 8yo – ex Bourbon Hogshead – 60,7% – 49€ (UVP)
My Score: 18/18/20/18 = 74 Punkte

 

Tullibardine

Tullibardine

Dieser Whisky stammt ebenfalls aus einer Highlandbrennerei, jedoch ist diese mit “nur” 3 Mio LPA deutlich kleiner als Glen Ord (11 Mio LPA). Trotzdem braucht sich Tullibardine nicht verstecken. Hier überwiegen die Fruchtnoten, vor allem Apfel. Erst am Gaumen macht sich eine gewisse Süßigkeit von Toffee breit, noch dazu ist dieser Whisky sehr ölig am Gaumen und besitzt ein wärmendes Finish.

Whiskyfacts: 11yo – ex Bourbon Hogshead – 56,0% – 69€ (UVP)
My Score: 17/18/20/17 = 70 Punkte

 

Old Dunluce

OldDunluceWeiter geht es mit einer recht ungewöhnlichen Abfüllung. Nicht etwa weil sie aus Nordirland kommt, sondern weil es kaum Irische Single Cask Abfüllungen gibt. Und noch weniger in Cask Strenght! Dieser Ire präsentiert sich sprittig-frisch mit einer angenehmen Süße in der Nase und weichen fruchtig-süßen Noten am Gaumen. Der Abgang ist eher kurz.

Whiskeyfacts: 14yo – ex Sherry Hogshead – 56,9% – 110€ (UVP)
My Score: 17/17/19/19 = 72 Punkte

 

Arran

ArranMit stolzen 21 Jahren ist dieser Single Malt aus der Highlanddestillerie Arran der Älteste im Bunde. Sehr süß in der Nase (Candycones) aber doch auch frisch-fruchtig! Am Gaumen ist dieser Malt dann würzig, voll, aber auch etwas trocken. Eine gelungene Mischung. Im Finish angenehm wärmend und durchaus länger.

Whiskyfacts: 21yo – ex Sherry Hogshead – 51% – 138€ (UVP)
My Score: 19/19/20/20 = 78 Punkte

 

Royal Brackla

RoyalBracklaDieser Single Malt aus der Highlandbrennerei Royal Brackla durfte am Ende seiner Reifung noch für 8 Monate in ein österreichisches Trockenbeerenauslese Fass. In der Nase macht sich dies vor allem durch die fruchtigen Noten bemerkbar, es sind aber auch einige würzige Aromen dabei. Am Gaumen dann Trockenfrüchte, Heidekraut und eine gewisse Trockenheit, wie man sie von Sherryfassabfüllungen kennt. Im Finish schön wärmend.

Whiskyfacts: 11yo – ex Bourbon Barrel – 54,1% – 90€ (UVP)
My Score: 21/21/20/20 = 82 Punkte

 

William & Son

William&SonDer letzte Single Malt stammt von der Torf-Insel Islay. Da die Destillerie nicht genannt werden darf, stellt diese alternative Namen zur Verfügung und Alexander wählte William & Son aus. Sonderlich schwer ist es nicht, die Destillerie, welche 1815 gegründet wurde und etwas mehr als 3 Mio LPA produziert, zu erraten. Zumindest wenn man bereits den einen oder anderen Whisky aus dieser Brennerei getrunken hat. In der Nase sind kalter, abgestandener Rauch, aber auch grünes Gras. Der erste Schluck lässt einen glauben, man hätte einen Aschenbecker abgeschleckt, oder man sitzt am Lagerfeuer, welches eine Welle gerade ausgelöscht hat, wundervoll! Das Finish ist wärmend.

Whiskyfacts: 9yo – ex Bourbon Barrel – 56,8% – 88€ (UVP)
My Score: 20/21/20/21 = 82 Punkte

 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Abfüllungen – in meinen Augen – sehr gelungen sind und sicherlich für jeden Geschmack und Geldbeutel etwas dabei ist. Mein persönlicher Favorit war der Royal Brackla sowie der William & Son! Euch allen noch einen ruhigen und besinnlichen Advent, bis zum nächsten Mal,

Slainte Lukas

Der Transparenz wegen sei angemerkt, dass dieser Beitrag meine persönliche und unabhängige Meinung zu den Abfüllungen darstellt. Ich habe für diesen Beitrag keinerlei Vergütungen erhalten, das Tasting war kostenlos, aber nicht umsonst 😉